WIE FINANZIEREN WIR UNS?






Schon oft haben wir festgestellt, dass der Großteil der Bevölkerung nicht weiß, wie sich ein Tierheim finanziert bzw. wie sehr Tierheime zu kämpfen haben. Wir möchten Ihnen hier einen kleinen Einblick geben und für Aufklärung sorgen, damit besser verständlich ist, warum wir und auch viele andere Tierheime oftmals am „jammern“ sind.

Wir, das sind ein siebenköpfiger Vorstand, der komplett aus Ehrenamtlichen besteht. Also aus Personen, die kein Gehalt beziehen und das Amt freiwillig, oftmals neben Vollzeitjob, Familie und Freizeit erledigen. An der Stelle wollen wir nicht jammern, denn wir tun es freiwillig und gerne. Selbst wenn man manchmal an die Grenzen seiner Kräfte stößt, z.B. dann, wenn man nicht weiß, wie anstehende Rechnungen bezahlt werden sollen oder unangenehme Entscheidungen getroffen werden müssen.

Wir führen den Verein privat und sind kein städtisches Tierheim (die wenigsten Tierheime sind städtisch geführt). Wir werden zwar zu einem kleinen Teil von der Stadt und vom Kreis unterstützt, aber das ist wirklich ein geringer Teil, mit dem wir nicht mal die beiden festangestellten Pfleger bezahlen können. Auf diese Pfleger können wir keinesfalls verzichten, um das Wohl der Tiere gewährleisten zu können. Somit tragen wir auch unseren Teil dazu bei, Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Unsere Auszubildende wird uns übrigens von einem Träger gezahlt, worum wir sehr froh sind.

Das Tierheim muss unterhalten werden und wirft monatlich hohe Kosten auf. Es muss geheizt werden, Gebäude, Geräte müssen in Stand gehalten werden. Da die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Helfen heutzutage leider sehr gering ist, müssen Arbeiten oftmals aus der Vereinskasse gezahlt werden.

Kommen wir zu den Kosten für die Tiere. Bei Beschlagnahmungen (die Gott sei Dank nicht so häufig vorkommen, weil die Tiere ja dann meist aus schlechten Verhältnissen kommen) bekommen wir - bis zur Übereignung an uns - Tagessätze. Fundtiere sind in dem geringen Zuschuss von der Stadt und vom Kreis inbegriffen. Gerade Fundkatzen, von denen wir etliche übers Jahr haben (mehr als 100), schlagen bei den Tierarztkosten enorm zu Buche.

Bei Tierabgaben sind die Leute meist nicht bereit eine Spende zu machen. Die Tiere sind selten entwurmt, geimpft oder kastriert. Auch diese Gelder müssen vom Verein aufgebracht werden. Kein Tierheim ist dazu verpflichtet Abgaben von privat aufzunehmen, das muss man an dieser Stelle auch mal klar sagen, weil es vielen nicht bekannt ist und wir oftmals hören „sie müssen das Tier aber nehmen“. Denn gerade bei der Aufnahme von Problemhunden, die schwer vermittelbar sind, stößt man schnell an seine Grenzen, wenn man sich zu viel auflädt.

Die Tierarztkosten für den Tierbestand liegen jedes Jahr bei mehreren Zehntausenden. Auch hier muss der Verein die Kasse belasten.

Deshalb sind wir zwingend darauf angewiesen, Schutzgebühren zu verlangen, denn oftmals herrscht auch hierüber noch die Verwunderung mit der Bemerkung „ein Tierheim kann doch froh sein, wenn sie ihre Tiere los sind“. Die Schutzgebühren decken oftmals nicht die Ausgaben, welche das Tierheim hatte.

Ein Beispiel für eine Hündin, wie sie meist bei uns ankommt: ohne Chip, ungeimpft, nicht entwurmt und nicht kastriert. Chip: ca. 30,- €, Impfen: ca. 80,- €, Kastration: ca. 400,- €.

Also liegen allein die die Kosten für die „Vermittlungsvorbereitung“ bei über 500,- €. Die Hündin hat dann aber noch nichts gefressen, hat noch in keinem beheizten Zwinger gesessen etc. Die Vermittlungsgebühr von 280,- € deckt somit nicht die Kosten, die der Verein aufwenden musste. Ist das Tier während des Tierheimaufenthaltes dann noch krank oder benötigt Spezialfutter, steigen die Kosten für den Verein nochmals an.

Das Beispiel soll zeigen, dass die Schutzgebühren die Kosten für das Tier meist nicht abdecken.

Ohne Spenden hätten wir für unseren Verein längst Insolvenz anmelden müssen. Wir möchten uns deshalb ganz herzlich bei unseren Mitgliedern, Paten und Spendern bedanken, die uns das Jahr über unterstützen. Ohne Euch könnten wir nicht überleben!

Vielleicht hat nach dem Lesen der ein oder andere Leser noch ein paar Euro übrig und möchte uns mit einer Sach-, Geldspende oder einer Paten- bzw. Mitgliedschaft unterstützen. Jeder Euro zählt!

Gerne stehen wir auch für offene Fragen per E-Mail oder persönlich zur Verfügung!

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